Ja, und einstweilen muß es wohl noch dahingestellt bleiben, ob ich selbst dieser schweren Aufgabe gewachsen bin.
Anmerkung
Wir nehmen an, daß Herr Dame die einliegenden, anscheinend aus seinem Notizbuch kopierten Blätter, gemeint und nur seine Absicht, sie in das Tagebuch einzutragen, aus irgendeinem Grunde nicht ausgeführt hat. Verfahren Sie bei einer eventuellen Veröffentlichung damit, wie Sie es für gut halten – vielleicht erscheint der Inhalt Ihnen, sowie etwaigen Lesern, leichter verständlich als uns.
Nachtgespräch mit dem Philosophen in der Jahreszeitenbar.
Am 5. Februar 19…
Das Souper war vorzüglich, der Philosoph bei guter Laune und ich fühlte mich allmählich wieder frisch und aufnahmefähig. Als wir dann beim Café saßen, begann Sendt mit jener wohlwollenden Heiterkeit, die ich so sehr an ihm schätze:
»Nun, lieber Dame, worüber wünschen Sie jetzt belehrt zu werden – der heutige Jour war ja einigermaßen reichhaltig und stellte wohl an den Laien ziemliche Anforderungen – – –«
Ich dachte nach, mir schwirrte wieder alles bunt durcheinander – wieso Luther ein Jude sein sollte – und Blutleuchte – dieses wunderbare, suggestive Wort wollte mich gar nicht wieder loslassen – ja, und die blaue Blume des Tiberius – und kosmisches Erlebnis – mir fiel wieder ein, daß die kappadozische Dame damals auch ihren Traum einen kosmischen genannt hatte.
»Nur Mut, und alles hübsch der Reihe nach,« sagte der Philosoph. »Haben Sie etwas davon behalten, was ich Ihnen kürzlich über die Substanzentheorie des Herrn Delius gesagt habe, und erinnern Sie sich noch an die Geschichte von dem Psychometer und dem Ring des Meisters?«