»Lieber Dame, Sie wissen doch, in welchem Stadtteil wir leben, und daß hier vieles unwahrscheinlich ist – Aber eigentlich geht es mir ebenso wie Ihnen – –«

Orlonski, der schweigend in einer Ecke saß und ein verrostetes altes Schwert blank rieb, fiel ihr ins Wort:

»Nun fangt ihr ja glücklich alle an verrückt zu werden, – gratuliere.«

»Onski, das verstehst du nicht, – du bist ja selbst aus dem Mittelalter, und willst es bloß nicht zugeben. – Es ist hier schon viel dummes Zeug – aber Delius ist echt, es gibt ihn wirklich, – ich weiß nicht, wie man das sagen soll.«

»Seine Substanz ist echt,« korrigierte Konstantin ein wenig überlegen.

»Echter wie deine,« sagte Maria. »Bei Hallwig wurde neulich von dir gesprochen, man zweifelt an dir, – ich fürchte beinah, dein Stern ist im Sinken.«

»Ich weiß,« gab er plötzlich deprimiert zu, »aber ich ahne nicht, was ich eigentlich getan habe.«

Susanna achtete nicht darauf, was sie sprachen, und fuhr in ihrem Gedankengang fort:

»Nein – Delius imponiert mir – es tut sich einem da irgend etwas auf, wenn er so selbstverständlich die sonderbarsten Sachen sagt. Es kommt gar nicht darauf an, ob er von seinem Schneider spricht oder von Urschauern. Und man meint, er spricht mit uns, aber er denkt nicht daran, – er schaut einen an, aber er ist gar nicht da, und wir auch nicht. – Daß wir zum Beispiel Frauen sind, merkt er überhaupt nicht – das ist sehr sonderbar, aber er gefällt mir so.«

»Susja, du hast nicht ausgeschlafen – –«