»O ja, ich spiele Klavier – –«

»Das ist sehr schade – Sie würden sich sonst wohl zum Flötenspieler eignen – aber es müßte dann schon eine phrygische Doppelflöte sein. Sie werden wohl auch wieder Ihren jungen Sklaven mitbringen, und ich glaube nicht, daß die Flötenspieler Sklaven mit sich führten.«


Delius ging – in der Tür blieb er noch einmal stehen und fragte, ob Konstantin ihn begleiten wollte.

»O nein, ich bleibe hier,« sagte Konstantin – »Sie gehen wohl zu Heinz?«

»Ja, ich will Ihren Vetter abholen – wir haben einen Nachtspaziergang zu den Hünengräbern verabredet. Es ist sehr möglich, daß wir dort zur Nachtzeit kosmische Urschauer erleben,« – das alles sagte er mit dieser unbeweglichen Sachlichkeit, die ihm eigen ist und fügte dann ganz unerwartet mit einem jähen Auflachen im höchsten Diskant hinzu:

»– – wenn nur um Gottes willen der Mond nicht dazwischen kommt.«


Dann war er verschwunden, wir sahen uns an; ich glaube, uns war einen Moment ganz spukhaft zumut, selbst der allzeit mokante Sonnenknabe war verstummt. Man hatte das Gefühl: was ist das? ist er ein Mensch wie wir anderen – lebt er wirklich zwischen uns hier auf der Welt – in einer modernen, europäischen Stadt? – oder spielt sein Dasein sich in ganz anderen, unwahrscheinlichen Regionen ab? Und wiederum: ist er fremd und unwahrscheinlich – oder sind wir es?

Ich suchte diese Empfindung in Worten auszudrücken, – Susanna nahm freundlich meine Hand, als wollte sie mir den Puls fühlen, und sagte beschwichtigend: