»So wird es mir wohl auch ausgelegt werden, – du sollst sehen, sie werden mich jetzt für molochitisch erklären.«
»Und meine Seele ist am Erlöschen,« murmelte Maria vor sich hin wie eine Lektion.
»Ach Maria,« sagt Willy sentimental, aber sie hört nicht darauf, sie sieht nur wie erstarrt in die Flammen:
»Aber gerade jetzt – und gerade uns beiden – –«
Ich vermute, daß sie dabei an die Zauberhoffnungen dachte, von denen wohl ganz Wahnmoching erfüllt ist, und die, wie man weiß, eine strenge Scheidung der Substanzen erfordern. Daß es ihr ungerecht und bitter erscheint, wenn man eben jetzt den Sonnenknaben verwirft und an ihrem Wert zweifelt …! Es will mir ja auch nicht recht in den Kopf, daß da persönliche Konflikte eine solche Rolle spielen können. Aber ich sehe wohl nicht tief genug, um zu verstehen, warum die Zinnsoldaten ihre Seele auslöschen, und warum es molochitisch war, daß Konstantin mit des Indianers Weib buhlte.
Tags darauf sprach ich auch noch mit Willy darüber. Immer von neuem versuche ich, mir ein Bild von diesem Hallwig zu machen, und stets zerrinnt es wieder an Unbegreiflichkeiten. Wie ein zürnender Gott scheint er über Wahnmoching zu walten, aber immer aus der Ferne, immer in Nebel gehüllt.
Und ich, der Belanglose, bin vielleicht verurteilt, ihn niemals kennen zu lernen – wenn nicht der Zufall oder eine innere Notwendigkeit es so fügt. Aus eigener Initiative werde ich wohl niemals den ersten Schritt wagen – gerade jetzt, wo selbst die Nächsten sich nicht trauen, seine Zauberkreise zu stören, und ganz Wahnmoching in ahnungsvollem Abwarten verharrt, wer auserwählt und wer verworfen wird.
Ich fühle heimliche Eifersucht auf den Panther, er ist so groß, blond und gewaltig, – das ist wohl die Wikingersubstanz, durch die er Susannas Herz gewonnen und sich bei den Enormen die Zugehörigkeit erworben hat.