Wenn Willy recht hatte – wenn ich zu spät gekommen bin – ich komme ja immer zu spät oder zur unrechten Zeit, – bei den Frauen, bei allem möglichen – –

Es ist kein besonders freundlicher Stern, der über meiner Biographie waltet, das weiß ich längst, und doch erscheint es mir unfaßlich, daß die Götter Wahnmochings Untergang beschlossen haben, nur damit sich meine Biographie vollendet – nur damit ich auch dieses Mal zu spät komme, – gerade da, wo mein größtes Erleben – Miterleben – sich erfüllen sollte. Aber auch Willy sagt ja, daß man noch auf Zeichen und Wunder hofft.

Das Zeichen und Wunder eben steht bei Hallwig – ach, ich wiederhole mich beständig und verwirre mich immer mehr, trotzdem all mein Streben nur nach Klarheit geht.

Ich bin hier geblieben, ich bleibe vielleicht noch lange hier – denn Susanna und Maria haben mich darum gebeten – –

So hause ich hier unten in dem großen Gastzimmer, und meine Biographie verwächst immer inniger mit der des Eckhauses.

Meine Gegenwart sei ihnen so tröstlich, sagten die Mädchen. – Gerade die matte neutrale Note, die mir eigen ist, und daß mir trotzdem immer das Herz weh tut. Das haben sie gern, und ich selbst weiß mir wohl nichts Besseres, als um diese Frauen zu sein, die mich milde zu meinem eigentlichen Wesen verurteilen.


Orlonski ist zurückgekommen, das Interieur wiederhergestellt, nur geht das Leben etwas stiller als vorher, – Besuche kommen und gehen – wir selbst kommen und gehen, aber die laute Freude und sorglose Unruhe scheint etwas gedämpft. Und draußen weht Frühlingswind.

10. März