"Einen Feldwebel anhören, ohne daß ich meine Officiere gehört habe," rief der König lebhaft, "das geht nicht. Ich glaube," sagte er nach einem augenblicklichen Nachsinnen, "daß es am besten sein wird, vor Allen Meding und Düring hierher kommen zu lassen, um zu hören, wie die Sache dort liegt und was sie denn eigentlich für Gründe gegen die von mir beschlossene Art der Auflösung der Emigration haben."
Graf Platen rieb sich die Hände und neigte den Kopf hin und her, ohne indeß etwas zu sagen.
"Aber Papa," sagte der Kronprinz, mit einer gewissen Schwierigkeit die
Worte hervorbringend, "Du wirst doch nicht von dem einmal gefaßten
Beschluß wieder abgehen? Es scheint mir doch—"
Ein Schlag an der Thür ertönte.
"Wer ist da?" fragte der König mit seiner lauten hellen Stimme.
Der Kammerdiener trat ein und sprach:
"Der Ordonnanzofficier Major von Adelebsen bittet um die Erlaubniß,
Eurer Majestät eine Meldung machen zu dürfen."
"Er soll kommen," rief der König etwas verwundert.
Major von Adelebsen trat ein. Er war ein Mann von einundvierzig Jahren, etwas über Mittelgröße, von magerer Gestalt und eckigen, wenig eleganten Bewegungen. Sein Gesicht war bleich, von einer etwas gelblichen Farbe und unregelmäßigen Zügen, welche wenig sympathisch berührten, obgleich in ihnen mehr zurückhaltende Abgeschlossenheit lag, als jene eigenthümlich-charakteristische Häßlichkeit, welche auf die Dauer zu gewinnen oder wenigstens zu imponiren vermag. Seine Blicke waren unstät und unruhig bewegt und richteten sich bei seinem Eintritt forschend auf den Kronprinzen, der ihm erwartungsvoll entgegensah.
Der Major von Adelebsen, welcher die kleine Uniform des frühern hannöverschen Garderegiments trug, näherte sich dem König und sprach im Ton dienstlicher Meldung: