"Oh, wer giebt mir Licht in diesem Dunkel—oh, daß ich nur einmal die Blicke und Mienen Derjenigen sehen könnte, die zu mir sprechen. Ich würde leichter erkennen können, wo die Wahrheit liegt."
Er sank wieder auf seinen Stuhl nieder, stützte den Kopf in die Hände und blieb lange in tiefem Sinnen versunken.
Dann plötzlich schien ein Gedanke in ihm aufzusteigen, rasch bewegte er die goldene Glocke, welche auf einem schön ciselirten Teller vor ihm stand. Der Kammerdiener trat ein.
"Ist Graf Platen noch im Hause," fragte der König rasch.
"Zu Befehl, Majestät, der Graf ist bei Seiner königlichen Hoheit dem
Kronprinzen."
"Rufen Sie ihn und den Kronprinzen."
Wenige Augenblicke darauf erschienen der Prinz Ernst August und der Graf
Platen abermals in dem Cabinet des Königs.
"Sie sprachen mir vorhin," sagte Georg V., "von dem Feldwebel Stürmann.
Ist er hier? Ich will ihn sprechen."
Graf Platen wechselte einen Blick mit dem Kronprinzen und erwiderte dann:
"Der Feldwebel ist hier, Majestät, er hat soeben noch Seiner Königlichen Hoheit Bericht über die Verhältnisse und Stimmungen unter den Emigranten erstattet."