„Geniren Sie sich nicht vor mir,“ sagte der Oberstlieutenant mit heiterm Lächeln, „ich bin nicht mehr im Dienst, ich bin ja nur ein alter gutmüthiger Herr,“ fügte er mit einem leichten Anflug von Wehmuth hinzu, „der auch jung war und weiß, was man in der Jugend treibt.“
„Wir möchten aber,“ sagte der Husarenofficier — „Dich einen Augenblick allein sprechen. Es handelt sich um eine Ehrensache,“ fügte er mit gedämpftem Ton hinzu, doch nicht so leise, daß es der Oberstlieutenant nicht verstanden.
Der alte Herr wurde ernst, warf einen forschenden Blick auf seinen Sohn und die beiden Officiere und sagte dann:
„Ich lasse Dich mit den Herren einen Augenblick allein.“
„Halt, lieber Vater,“ rief der Lieutenant von Büchenfeld, „ich bitte Dich, zu bleiben. Ihr erlaubt,“ sagte er, „daß ich Euch bitte, vor meinem Vater zu sprechen. Er ist Officier wie wir, und ich weiß kein kompetenteres Urtheil in allen Ehrensachen, als das seinige. Er wird es mir nicht abschlagen, vorläufig mein Zeuge zu sein und sein Urtheil darüber abzugeben, was ich zu thun habe.“
Die beiden Officiere grüßten den Oberstlieutenant militairisch.
„Es wird uns eine große Ehre sein,“ sagte der Husar, „wenn der Herr
Oberstlieutenant als Dein Zeuge unsere Erklärung mit anhören will.“
Der alte Herr bat die Officiere mit einer stummen Handbewegung Platz zu nehmen und setzte sich dann grade und aufrecht neben seinen Sohn.
„Ich bitte Sie also, meine Herren,“ sagte er mit ernster, fast feierlicher Stimme, „zu sagen, um was es sich handelt.“
Der Dragonerofficier erzählte mit kurzen Worten den Vorgang, welcher am
Abend vorher in dem Restaurationslokal von Borchard stattgefunden hatte.