Schweigend hörte der Oberstlieutenant zu, finstere Falten legten sich auf seine Stirn.
„Hat sich der Fall so zugetragen, wie die Herren erzählen? Erinnerst Du
Dich, gethan und gesprochen zu haben, was sie so eben mittheilen?“
„Ja,“ sagte der Lieutenant.
Sein Vater schüttelte langsam den Kopf.
„Der Referendarius von Rantow“, fuhr der Dragonerofficier zu dem
Lieutenant von Büchenfeld gewendet fort, „hat uns als Augenzeugen des
Vorfalls aufgetragen, von Dir eine bündige Ehrenerklärung zu
verlangen.“ —
Eine dunkle Röthe flammte auf dem Gesicht des Lieutenants auf, sein Auge blickte stolz zu seinen Kameraden hinüber, seine Lippen zuckten höhnisch. — „Oder wenn Du dieselbe verweigerst,“ — sprach der Dragoneroffizier weiter, — „Dir seine Forderung auf fünf Schritt Barriere mit gezogenen Pistolen zu überbringen.“
„Angenommen,“ sagte der Lieutenant, „ich werde in einer Stunde meine
Secundanten zu Euch senden.“
Die Officiere erhoben sich und wollten grüßend das Zimmer verlassen. Der
Oberstlieutenant trat ihnen in den Weg.
„Ich bitte Sie, einen Augenblick zu bleiben, meine Herren,“ sagte er. „Mein Sohn hat gewünscht, daß ich sein vorläufiger Zeuge in dieser Sache sei, und Sie haben mich als solchen angenommen. Nicht nur in dieser Eigenschaft, sondern auch als sein Vater muß ich darauf sehen, daß Alles genau so zugehe, wie es seine Ehre als Officier und als Träger meines Namens erfordert. Sie erlauben daher, daß ich meine Meinung ausspreche.“
Die beiden Herren verneigten sich schweigend.