Cappei zögerte einen Augenblick.
„Ich bitte Sie, ganz aufrichtig zu sein,“ sagte der Beamte, — „Sie befinden sich in einer besonderen Lage, und jede ausweichende Antwort könnte Ihnen nur nachtheilig sein.“
„Ich habe keinen Grund, meine Absicht zu verheimlichen,“ sagte der junge Mann — „ich habe eine Braut in Frankreich und wünsche dort die zu unserer Verbindung nöthigen Vorbereitungen persönlich zu besprechen.“
„Sie sind landwehrpflichtig,“ sagte der Amtsverwalter, „und es thut mir leid, daß ich im Hinblick auf ihre Vergangenheit Ihnen die nachgesuchte Erlaubniß nicht ertheilen kann.“
„Ich verspreche,“ sagte der junge Mann erbleichend, „meine Adresse hier zu lassen und jedem Ruf sofort Folge zu leisten. Auch wird ohnehin meine Abwesenheit nicht lange dauern, ich werde in spätestens vierzehn Tagen wieder hier sein.“
„Ich kann,“ erwiderte der Beamte, „auch trotz dieses Versprechens Ihnen die Erlaubniß zur Reise und einen Paß nicht geben, — jedenfalls nicht ohne höhere Genehmigung.“
Ein Ausdruck finsterer Entschlossenheit erschien auf dem Gesicht Cappei's, es schien, daß er etwas sagen wollte, doch schwieg er und wandte sich mit kurzer Verbeugung um, um das Zimmer zu verlassen.
Der Amtsverwalter hatte ihn forschend angeblickt.
„Bleiben Sie,“ rief er in strengem Ton.
Cappei wendete sich erstaunt um und wartete.