„Da Sie mir den Wunsch ausgesprochen haben, den Ort zu verlassen,“ sagte der Beamte, „und da ich befürchten muß, daß Sie bei der Verweigerung des Urlaubs heimlich abreisen möchten, so sehe ich mich gezwungen, Sie zu verhaften.“

„Mich zu verhaften,“ rief Cappei mit bebenden Lippen, indem eine tödliche Bläße sein Gesicht überzog, „und warum?“

Der Beamte klingelte, ein Amtsdiener trat herein.

„Der frühere Dragoner Cappei ist Arrestant, er wird einstweilen hier im
Amtsgefängniß bleiben, bis weitere Bestimmung über ihn getroffen ist.
Ich will sogleich ein erstes und vorläufiges Verhör mit ihm vornehmen.“

Der junge Mann stand wie niederschmettert da, seine Gedanken verwirrten sich, er konnte keine Erklärung für diesen Schlag finden, der ihn so unerwartet traf.

Der Beamte zog ein Actenstück aus seinem Schreibtisch hervor, öffnete dasselbe, faltete dann einen Bogen Papier und ergriff eine Feder, bereit das Protocoll aufzunehmen.

„Haben Sie,“ fragte er, sich an Cappei wendend, „seit ihrem Aufenthalt hier mit Personen in Frankreich in Verbindung gestanden und mit demselben correspondirt?“

„Ich habe keine Verbindung dort,“ erwiderte Cappei, „als diejenige mit meiner Braut, welche besuchen zu dürfen, ich soeben um Erlaubniß bat, ich habe mit Niemanden correspondirt, als mit ihr, aber zu meiner tiefen Betrübniß keine Nachricht von ihr erhalten.“

Der Beamte nahm mehrere beschriebene Blätter aus dem ihm vorliegenden
Actenstück und fragte, indem er Cappei winkte, näher heranzutreten.

„Kennen Sie diese Briefe?“