Der junge Mann warf einen Blick auf die Papiere, er zuckte zusammen, ein fast convulsivisches Zittern erschütterte seine Gestalt.
„Es sind die Briefe, welche ich an meine Braut geschrieben,“ rief er mit bebender Stimme.
„Sie erkennen also an, daß diese Briefe von Ihrer Hand geschrieben sind?“
„Gewiß,“ rief Cappei, den starren Blick fortwährend auf die Briefe gerichtet, welchen er einen nach dem andern glaubte abgesendet zu haben, und in welchem er immer dringender und sehnsuchtsvoller um Nachrichten gebeten hatte.
„Sie behaupten also,“ fuhr der Beamte fort, „daß diese Briefe wirklich an ein junges Mädchen gerichtet sind, und daß der Inhalt derselben keinen anderen Sinn hat, als den, welchen die Worte ausdrücken.“
„Welchen anderen Sinn könnte er haben?“ rief Cappei, entsetzt vor diesem
Räthsel stehend, das sich da so plötzlich vor ihm erhob.
„Man hat Beispiele,“ sagte der Beamte, „daß scheinbar unverfängliche Worte eine andere vorher verabredete Bedeutung haben, oder daß sie durch darauf gelegte Papierausschnitte in anderer Reihenfolge erscheinen. Doch das wird sich finden,“ fuhr er fort.
Dann nahm er einige andere Blätter und hielt dieselben dem jungen Manne vor.
„Kennen Sie diese Handschrift?“
„Nein,“ rief Cappei, auf die ihm völlig fremden Schriftstücke blickend.