Er reichte dem Herzog die Hand, welche dieser, sich verbeugend, mit strahlendem Lächeln ergriff.
„Es kommt nun darauf an,“ fuhr der Kaiser fort, „die Fassung der Mittheilungen dieses so erfreulichen Ereignisses für die Kammer und die Journale fest zu stellen. Es thut mir leid, Sie wieder fort zu schicken, aber ich glaube, Sie müssen sogleich nach Paris zurückkehren, sich mit Ollivier darüber zu verständigen. Er ist ja Meister in der Redewendung, setzen Sie mit ihm eine Erklärung auf, welche in solenner Weise die ganze Angelegenheit beendet und ohne Preußen zu verletzen, im Gegentheil mit anerkennendem Ausdruck für die Weisheit und das Entgegenkommen des Königs Wilhelm, dennoch unsern Sieg in helles Licht stellt.“
„Ollivier,“ erwiderte der Herzog, „hat die Nachricht bereits privatim im Corps legislatif verschiedenen Deputirten mitgetheilt, die Befriedigung darüber war allgemein.“
„Um so besser,“ sagte der Kaiser, „wird morgen die feierliche Erklärung aufgenommen werden. Ich bitte Sie also, dieselbe aufzusetzen und sie mir, so bald Sie sie redigirt haben, mittheilen zu lassen — auf Wiedersehen, lieber Herzog. Nachdem wir diesen Sturm beschworen haben,“ fügte er lächelnd hinzu, „hoffe ich, Sie auf einige Tage hier zu sehen, um sich in ländlicher Ruhe von den Aufregungen der letzten Tage etwas zu erholen.“
Der Herzog empfahl sich Seiner Majestät und verließ immer das stolze zufriedene Lächeln auf den Lippen das Cabinet.
Der Kaiser athmete erleichtert auf, blickte einen Augenblick schweigend nach dem in immer tiefere Schatten versinkenden Park hinaus und ergriff dann eine neue Cigarre, um sie anzuzünden und sich abermals der durch den Besuch seines Ministers unterbrochenen Träumerei zu überlassen.
Da öffnete sich schnell die Thür, General Favé erschien und sagte:
„Der österreichische Botschafter bittet Eure Majestät, ihn empfangen zu wollen.“
Verwundert blickte der Kaiser auf.
„Metternich,“ sagte er, „zu dieser Stunde? Was kann er bringen? — bitten
Sie ihn, einzutreten.“