„Seien Sie ganz ruhig, mein lieber Fürst,“ sagte er, „ich habe Gramont den Auftrag ertheilt, mit Ollivier eine definitive Erklärung über die Beendigung der ganzen Sache an die Kammer zu redigiren, und morgen um diese Stunde wird jede Besorgniß für die Störung des Friedens verschwunden sein.“
Fürst Metternich stand auf.
„Ich verlasse Eure Majestät mit erleichtertem Herzen und bitte um die Erlaubniß, sogleich nach Paris zurückkehren zu dürfen, um das so erfreuliche Resultat dieser Unterredung nach Wien melden zu können.“
„Meine herzlichsten Empfehlungen der Fürstin,“ sagte der Kaiser, „ich hoffe, Sie Beide in den nächsten Tagen hier zu sehen.“
Er drückte dem Fürsten die Hand und begleitete ihn einige Schritte nach der Thür hin.
„Durch die Beseitigung der Candidatur des Erbprinzen von Hohenzollern,“ sprach er leise, als er allein war „soll das Prestige Frankreichs wieder hergestellt sein, sagt man mir, — sehr gut, wenn die öffentliche Meinung dies glaubt. Leider,“ fuhr er seufzend fort, „ist es nicht der Fall, jenes Prestige besteht in Wahrheit nicht mehr. Denn wenn es bestände, so würde Österreich nicht zögern, in diesem Augenblick frei und offen auf die Seite Frankreichs zu treten und die Suprematie des Hauses Habsburg in Deutschland wieder zu erringen. Man glaubt nicht mehr an die Macht Frankreichs, und auch meine besten Freunde nicht, — auch Metternich nicht, der wirklich mein Freund ist. Das Ansehen Frankreichs, so wie es früher war, wieder herzustellen, gäbe es nur ein Mittel, und dies Mittel wäre der Sieg — aber,“ sagte er düster vor sich hin starrend, „wo ist die Hand, welche den Sieg mit Sicherheit erkämpfen könnte, — — wenn er mir entginge — —“
Er versank, die Augenbrauen finster zusammengezogen, in tiefes Sinnen.
„Meine Gemahlin wird nicht zufrieden sein,“ sagte er dann, „über die so friedliche Lösung — sie glaubt an den Sieg — ich will ihr selbst die Sache sogleich mitteilen, damit sie vorsichtig in ihren Äußerungen ist und die Kriegspartei nicht durch hingeworfene Worte ermuthigt.“
Er verließ sein Cabinet und begab sich nach den Gemächern der Kaiserin.
Der Huissier öffnete die Thür.