Der König neigte das Haupt, sein Blick fiel auf das schwarz-weiße Band des eisernen Kreuzes, das er trug, und indem er dasselbe leicht mit der Hand berührte, sagte er halb laut:
„In diesem Zeichen werden wir siegen.“
Er ging weiter. Raschen und festen Schrittes trat er zu dem sich tief verneigenden Grafen Benedetti.
„Sie haben gewünscht, Herr Graf,“ sagte der König mit freundlicher
Höflichkeit, „sich von mir zu verabschieden — leben Sie wohl.“
Trotz der Gewalt, mit welcher der französische Diplomat den Ausdruck seiner Züge beherrschte, zeigte sich doch einen Augenblick eine mächtige Bewegung auf seinem Gesicht.
„Ich danke Eurer Majestät,“ sagte er mit leicht zitternder Stimme, „daß
Sie mir Gelegenheit geben, von Ihnen Abschied zu nehmen, und ich danke
Ihnen auch in diesem Augenblick noch einmal für die Gnade und das
Wohlwollen, welches Sie mir während der Zeit meiner Beglaubigung an
Ihrem Hofe bewiesen haben. Möchte die Zukunft Alles zum Guten wenden.“
„Die Zukunft liegt in Gottes Hand,“ sagte der König mit fester Stimme,
und indem er freundlich den Kopf neigte, wandte er sich zur Thür des
Salonwagens, an welcher der Hofmarschall und die übrigen Herren des
Gefolges ihn erwarteten.
„Kommen Sie zu mir, lieber Abeken,“ sagte der König, „wir haben unterwegs viel zu arbeiten und nehmen Sie St. Blanquart mit, damit alle ankommenden Depeschen sogleich dechiffrirt werden können.“
Der Geheime Legationsrath nahm aus der Hand eines Dieners die große Mappe, welche seine Papiere enthielt, winkte den Hofrath St. Blanquart, welcher in einiger Entfernung von dem königlichen Gefolge stand, heran, und beide folgten dem Könige, welcher bereits eingestiegen war, in den Salonwagen, während die übrigen Herren ihre Plätze in den Coupés vor und hinter demselben einnahmen.
Die Locomotive pfiff, der König trat noch einmal an das Fenster und winkte grüßend mit der Hand.