»Frowelin« nennst du mich immer. Weil ich dir nicht so erscheine wie eine Frau, so eine richtige, verheiratete, oder doch verheiratet gewesene »Ehefrau«, – eher wie ein Fräulein, »so ein kleines, unversehrbares Frovelin«. Früher schriebst du's: Frouvelin. Dann mit modernisierter Orthographie: Frowelin.

»Eine neue Änderung der Orthographie erscheint geboten«, sagtest du mir heute mit gründlichem Professorenernst.

»Nun?«

»Fro-welin, Froh-wellin! Froh-Welle, du, frohe Welle, Frohwelle, Frowelle!«

Und da kam es auch schon unter deinen Händen aus dem Klavier, – das Rheintöchterlied:

»Wigala weia, woge, du Welle –«

Und – »Frohwelle du, Frowelle du« wurde hineinparaphrasiert.

»Herzeliebez Frouwelin
Kunt ich baz gedenk dîn«,

so singt unser vieltrauter Vogelweid.