Ein hohes und lachendes Lied der seufzenden, gedemütigten Welt zu singen, ward mir – aufgetragen. Darum die Melodie mir »ermöglicht«. Damit dieser Glaube an die Gnade sie alle ergreife, die nach dem, der über allen Sonnen denkt, gedacht sind! Damit sie verlernen, am Unheil zu verzagen und glauben lernen an die Gnade der Liebe, die sie einstmals erreichen muß, wenn sie selbst liebten! – – –

So bezahle ich, was ich schuldig wurde, schuldig, da mir hohe Freude ward, da mir Rhythmus, Melodie und Stimme ward, – während Millionen in tiefster Verwühlung seufzen, stöhnen.

Ich bezahle mit diesem lachenden, weinenden, demütig-frommen Lied, das mir aufgetragen wurde, damit ich es sänge, und sollt' ich, es aushauchend, mein Geschick erfüllen.

»Sonderbare du, mit den vielen Gesichtern. Wenn du mir plaudernd und lachend zuhörst, – was bist du da doch, du weißt, das vergötterte Baby –«

»Ich weiß: – mit dem edlen Papa!«

»Dann, am Flügel, oder im Gespräch, in ernsthaftem Gespräch, da empfinde ich dich, nun, als was ich bisher eine Frau noch nie empfand.«

»Antifeministische Bemerkungen sind in meiner Gegenwart zu unterdrücken.«

»Da ist dein Gesicht ja ganz unzweifelhaft, jenes Jünglingsgesicht aus dem Uffizien, das des Philosophenschülers – du weißt!«

»Von Padua. Ich weiß. Aber was denn sonst noch? Habe ich denn noch mehr Verwandte, Ahnen, Doppelgänger oder Vorstadien meiner jetzigen Inkarnation?«