O meine Lieder, ihr meine beschwingten! Werdet flügge, ihr Füße, werdet erbeutend ihr Hände, ihnen nach, meinen Liedern, ihnen nach!
Als ich mit Dimitri war, sagte er oft: »Singe doch! singe!« Und ich würgte und preßte an meiner Stimme, und nichts kam mir aus der Kehle, es sei denn ein Gekrächze. »Du hast keine Kraft«, sagte Dimitri. So war es. Unminne zerfraß meine Kraft!
Nun habe ich Kraft. Stark ist meine Stimme. Voll klingt mein Lied. Und das Lied, das Lied, das ist ja gerade – das Lied von dem Gesange! Was ich an ihr, der Stimme, erlebte, künde ich mit ihr! Und die vielen Lieder, die mir aufspringen, – ein einziger Gesang sind sie nur, tief in sich verbunden: der Gesang, den alle Singenden noch schuldig blieben, bis zum heutigen Tag.
Ich – bezahle. Für mich bezahle ich und alle die, die jemals sangen, denen Verkündigung ward, gleich mir. Für alle die, denen Gesang gegeben, bezahle ich, mit diesem Lied von der Stimme, meiner Stimme!
Ich weiß, ich weiß: eine Hand kann fallen auf mich, eine schwere Hand. Ein eisiger Hauch kann mich anwehen, plötzlich, von irgendwo, aus dem Geheimnis. Ein dunkler Blick kann mich treffen, aus einem Auge, das mir unsichtbar.
Und Anima, die tönende, verstummt, verfällt, versinkt mir, mit einem Schlag.
Es kann geschehen.
Aber ich will geopfert haben. Will entzündet haben den Stoß, für die hohe Zeit, da mir die Stimme, die eigene, einzige, mir selbst gehörende Stimme, – klang, ohne Unterlaß, vom frühen Morgen bis in den Schlaf der Nacht, da sie mir keine Stunde schwieg! Da ich außer mir war, außer dem Staube, ekstatisch, tönend, schauend. Fromm will ich mich dem Gott überlassen.