»Es drang in sie.« Wie drang es in mich, das Licht, das zeugende?
Woher?
Es klang in mir, und ich sang. Woher aber drang es in mich, so licht, so zeugend?
Mich schaudert.
Nicht wußt' ich, Johannes, da ich die Weise, die sich schlingende, in sich selbst eindringende, niederschrieb, nicht wußt' ich da, Johannes, – ihren Sinn.
Verstehe, verstehe, – Geheimnisvolles, Unsagbares: ich wußt' ihn nicht, den Sinn, der aus mir brach und sonnenklar jetzt niederliegt im Lied!
| »Es drang in sie, |
| die heller war, – die Melodie.« |
| Es drang, woher? |
| Und wer ist – er? |
Und sonnenklar darniederliegt – ein Sinn: Urgeheimnisse nahe. Und sonnenklar, schuf er, der Sinn, sich selbst die Form. Die Form, die wieder durch sich selbst schon – deutet, auf ihn, der sich sie schuf.
O sonderbares Geschehen. Ich schrieb das Lied nicht einmal, ich schrieb es mehrere Male. Und immer als ein anderes und doch dasselbe. Der Stoff, der Gedanke, der Gott kam in mehrfacher Gestalt. Ich hatte es hingeschrieben und dachte damit fertig zu sein. Aber siehe: der Vogel im Kopf sang weiter. Wie ohne mein Zutun. Er sang und sang dasselbe Lied, in anderer Tonart, und ich mußte ihnen nach, diesen Tönen.