Schicksal, Schicksal, wie es sich erfüllt, – was denke ich mir doch darunter?
Wirklich eine vorbestimmte Summe, in die hineingelebt werden muß, bis sie stimmt?
Doch, doch. Die Summe ist »vorbestimmt«, denn sie ist gegeben – durch die Ziffern, mit denen wir zur Welt kommen. Die Ziffern sind unänderbar, unauslöschbar und wollen sich bewegen und wollen sich kreuzen und wollen Resultate herausbringen, ihrem eingeborenen Drange gemäß. Und die Summe kann nicht übergriffen werden, und die Rechnung muß sich erschöpfen, immer enger und enger muß sie werden, auf die letzten gemeinsamsten Nenner will alles gebracht und Gerades durch Ungerades so lange geteilt und gebrochen werden, bis es »rein aufgeht«.
Schicksal, Gott: das bewegende, schiebende Prinzip.
Auch das denkende? Wenn rechnen – denken ist, auch das denkende.
Ziffern haben keine Absichten, und doch muß unentrinnbar aus ihnen folgen, was der Art ihrer Begegnung entspricht: Verminderung, Vermehrung, Vervielfältigung, Teilung. Und Quotient, Summe, Resultat sind aufs Haar genau »bestimmt«.
Wenn der absichtlichste Wille hinter dem Spiele stände, es könnte nicht »müssender« sein, nicht unentrinnbarer »ausgehen«, als dieses Ziffernspiel.
War nicht einmal einer, der da sagte, die Zahl sei Gott? –
Gott, Schicksal?
Braucht man noch anderes zu denken, das schicksalsvoller wäre? Einen noch lenkenderen Lenker als diesen? Noch deutlichere Marionettendrähte? Noch mehr Grund zur Frömmigkeit, Religion? Noch mehr, um in die Knie zu zwingen?