»Nu also!« sagte Leichsenring und »Ruhig! – Maulhalten!« rief es durcheinander, da frug Weiß mit erhobener Stimme: »Wißt ihr wer der Schütze war?«

»Der Teifel!« schrie Leichsenring, Leutnant Süß aber warnte ihn streng: »Wenn Sie noch einmal dreinreden, kriegen Sie kei Bier mehr.« – Das half.

»Nenenenee!« rief Weiß, »der Teufel – Sie meenen doch den Schneider Teufel, der warsch nich: Der Fritsche wars, drüben of'n Fritschegut, der hat mit'n Fernrohr von sein Fenster aus beobacht', wie se draußn of'n Neistädtler Schießhaus ene gute halbe Stund nach'n Rumpes gepulvert ham un da is'n die Geschicht zu langweilig worn, er hat sei neis Jagdgewehr aus'n Gewehrschrank geholt, mit grobn Rehpostn geladen un – von sein Fenster aus den Rumpes draußen runtergewichst.«

An der Tafelrunde lief ein Ellenbogenstoßen um, nur der Leichsenring hat nichts davon verspürt und gerade der war der Einzige, der die Geschichte glaubte.

»Hei–ner–rich!!!« – Eine weibliche Stimme wars, die den Ruf ausgestoßen hatte und der Korporal Richter wars, der dieselbe erkannte, von seinem Sitz aufsprang und hinauseilte. Draußen aber stand seine Gattin mit strahlendem Gesicht und noch keuchend vom schnellen Lauf frug sie: »Is denn wahr, daß du Keenig worden bist?«

»Iiiich? – Keenig –? Ich hab doch gar nich mit geschossn!«

Da schlug die freudige Stimmung der Gattin ins Gegenteil um und etwas spitzig frug sie: »Nu verwas hast'n nachert den Schinken holn lassn?«

»Iiich? ne Schinken? …?«

In Richters Hirn begann sich ein Seifensieder zu formen, der riesige Dimensionen annahm. Bang kam es von seinen Lippen: »Wer hat ne denn geholt?«

»Die zwee Schneiderseeln da drinne, itze steckn se ihre Kepp zesamm un vischpern mitenander, der scheene Piefke un der Windsheimer.« – Sie fing an zu weinen.