Nun ging ich ans Flußufer hinunter, legte mich ins Gras, tat, als ob ich schliefe, und paßte auf wie ein Luchs.
Dampfer an Dampfer zog an mir vorüber. Meine Erwartung wuchs unendlich. Um vier Uhr nachmittags lief stolz und majestätisch ein holländischer Schnelldampfer ein und machte direkt vor meiner Nase an einer Boje fest. Und erst mein Glück und meine Freude, als ich vorne am Bug in weißen, leuchtenden Buchstaben den Dampfernamen:
„Mecklenburg”
las. Das war für mich als Mecklenburger und Schweriner das beste Vorzeichen.
Nun fuhr ich mit der Fähre nach Gravesend hinüber, von wo aus ich den Dampfer unauffälliger beobachten konnte, und bummelte, die Hände in den Taschen, sorglos ein Liedchen pfeifend, möglichst bummlig und schlaksig im Seemannsgang am Ufer entlang, in Wirklichkeit aber scharf beobachtend.
Mein Plan war folgender:
Nachts schwimmend die Boje, an der der Dampfer lag, zu erreichen, dann an der Stahlleine hochklettern, mich an Deck zu schleichen und als blinder Passagier nach Holland zu fahren.
Meine Operationsbasis hatte ich bald gefunden.
Als ich mich vergewissert hatte, daß ich unbeobachtet war, kletterte ich in ein Holz- und Gerümpellager, welches bis ans Wasser der Themse reichte. Unter einigen Brettern lagen mehrere Bündel Heu, und in diese verkroch ich mich und wartete die Nacht ab.