In Münster stieg eine alte Exzellenz in voller Uniform in mein Abteil. Höflich stand ich auf, räumte den einen Fensterplatz frei und fragte: „Darf ich Eurer Exzellenz gehorsamst den einen Fensterplatz einräumen?” Ein wütender Blick seiner stahlharten Augen, dann entrang sich ein verächtliches „Brrrr” seiner Kehle, und schwupp schlug er die Türe zu und ließ mich alleine.
Sollte Seiner Exzellenz durch Zufall dieses Büchlein in die Hand fallen, so bitte ich gehorsamst, mir zu verzeihen, daß ich damals vergaß, in welchem Anzug ich steckte!
Abends um sieben Uhr lief der Zug im Bahnhof Zoo ein.
Feucht schimmerten zwei herrliche blaue Augensterne, ein riesiger Strauß wunderbarster roter Rosen lag in meinem Arm, und vor Glück und Wiedersehensfreude nicht mächtig ein Wort zu sagen, verließen wir den Bahnhof.
Die nächsten Tage durchlebte ich wie im Traum.
Als ich den Admiralstab betrat, wollte mich natürlich der Portier zuerst nicht hereinlassen, und auch in den großen Geschäften, wo ich mir schleunigst Sachen kaufen wollte, da ich von meinem ganzen Hab und Gut nichts mehr besaß als den Arbeiteranzug, den ich auf dem Leibe trug, wollten mich natürlich zuerst die Türhüter hinauswerfen.
Einige Tage hatte ich im Reichsmarineamt zu arbeiten, dann erhielt ich meines Kaisers Dank.
Und mit dem Eisernen Kreuz erster Klasse geschmückt fuhr ich stolz zu den Meinen.
Nach einigen Wochen Erholung kam dann die größte Belohnung.
Ich wurde wieder Flieger und durfte mitarbeiten an dem großen Werk von Deutschlands Kampf und Sieg.