Wenn nur der Motor heil geblieben war! Ersatzteile für diesen besaß ich nicht, und sie wären auch beim besten Willen nicht herbeizuschaffen gewesen.

Voller Hoffnung ging ich an die Reservekisten und öffnete zuerst die, worin die Tragflächen lagen. Aber o Schreck! Ein widerlicher Moderduft schlug mir entgegen, und Böses ahnend, öffneten wir den inneren Zinkeinsatz.

Der Anblick, der sich uns bot, war geradezu fürchterlich. In der Kiste befand sich nur ein Haufen von moderndem Gerümpel. Die ganze Bespannung der Tragflächen war verfault. Die einzelnen Rippen und Spanten und die Holzklötzchen, die vorher tadellos geleimt und bewickelt waren, lagen regellos durcheinander, und alles war von einer dicken Schimmelschicht bezogen.

Ein trauriger Anblick!

Nun wurde die Propellerkiste geöffnet. Da drinnen sah es ähnlich aus. Die fünf mitgenommenen Reservepropeller hatten sich ebenfalls in Wohlgefallen aufgelöst oder sich so stark verzogen, daß sie nicht mehr zu gebrauchen waren. Wenn zu Hause der Propeller mehr als vier bis fünf Millimeter an den Spitzen ausschlägt, denkt kein Mensch daran, ihn so zu fliegen. Meine schlugen bis zu zwanzig Zentimetern aus! Nun war guter Rat teuer.

Aber unverzagt ging mein hervorragender Monteur, der Obermaschinistenmaat Stüben, an die Arbeit, und am selben Nachmittage saß ich mit Stüben und meinen beiden Heizern Frinks und Scholl und noch acht Chinesen von der Werfttischlerei an der Arbeit und baute die vermoderten Flügel wieder zusammen.

Dann ging ich mit meinem am wenigsten verbogenen Propeller zur Werft, und hier half mir der treffliche Modelltischler R. aus meiner Not und ließ unter seiner Anleitung von den Chinesen einen neuen Propeller bauen.

Das war geradezu eine Glanzleistung.

Man stelle sich folgendes vor:

Sieben Eichenbohlen wurden mit gewöhnlichem Tischlerleim zusammengeleimt. Dann gingen zwei Chinesen mit Äxten her und schlugen nach Lehren, die der Modelltischler angefertigt hatte, mit den Äxten aus dem Bohlenklumpen einen tadellosen Propeller aus. Die Arbeit war, obwohl mit der Hand ausgeführt, so genau und sorgfältig, wie sie nur von Chinesen geleistet werden kann.