Wir Tsingtauer wissen ihm dafür Dank!

Mit den Offizieren und der Besatzung des Forts Hu-Chuin-Huk verband mich ein besonders inniges Verhältnis.

Von Rechts wegen gehörte ich überhaupt zu ihnen, denn erstens grenzte mein Flugplatz an das Fort, und zweitens waren sie jedesmal Zeugen meiner Starts und vor allen Dingen meiner Bemühungen, von ihren Kanonen frei zu kommen. Und mehr als einmal standen die Leute klar, um ins Wasser zu springen und mich zu retten, da sie glaubten, ich stürze mit dem Flugzeug hinein.

Und so oft ich Gast des hervorragenden Fortkommandanten, Kapitänleutnants Kopp, war, malten wir uns in den schönsten Farben unseren Einzug in Deutschland nach beendetem Kriege aus, und da wurde selbstverständlich ausgemacht, daß ich mit bei der Besatzung vom Fort Hu-Chuin-Huk marschierte.

Am siebzehnten Oktober spät abends stand eine Gruppe von Offizieren in atemloser Spannung auf dem Küstenkommandeurstand. Wir wenigen hier oben wußten, worum es sich handle. Das alte Torpedoboot S 90, Kommandant Kapitänleutnant Brunner, sollte auslaufen.

Schon zwei Abende vorher war er zu kühner Nachtfahrt in See gegangen und hatte dort, von wo aus die japanischen Schiffe uns beschossen, Minen gestreut.

Heute sollte er nun seine schwerste und letzte Aufgabe erfüllen: die Linie der feindlichen Torpedoboots-Zerstörer durchbrechen und eins der feindlichen Schiffe angreifen.

Es war eine helle Nacht, und der Mond ging gegen zehn Uhr unter. Nun sollte das Boot auslaufen.

Es wurde zehn Uhr, zehn Uhr dreißig, die Spannung wuchs unerträglich. Nichts von S 90 war zu sehen.

Da — um elf Uhr gewahrten wir einen langen, grauen Schatten, welcher sich vorsichtig auf dem Wasser unterhalb des Perlgebirges dahinbewegte. Und bald erkannte auch das scharfe Seemannsauge die Formen des Torpedobootes.