Ein leuchtendes Beispiel edlen Heldentums.

Die mir jetzt noch bleibende Zeit blieb ich mit meinen vier braven Leuten bei meinem Flugzeuge klar stehen, um jeden Augenblick, falls die Japaner stürmen und durchstoßen würden, meinen Auftrag ausführen zu können.

Am sechsten November Neunzehnhundertvierzehn frühmorgens, als der Mond noch hell schien, stand mein Flugzeug klar am Start, und vergnügt brummte der Propeller sein Morgenlied.

Zeit war nicht mehr zu verlieren. Der Platz war dadurch, daß er von den Japsen unter Granat- und Schrapnellfeuer gehalten wurde, höllisch ungemütlich geworden. Kurz prüfte ich nochmals meine ganze Maschine, dann gab's noch einen kräftigen Händedruck meiner vier braven Leute zum Abschied, und noch einmal streichelte ich den Kopf meines treuen Hundes, dann gab ich Vollgas, und wie ein Pfeil schoß die Taube in die Nacht hinaus.

Da plötzlich, als ich eben dreißig Meter hoch und etwa über der Mitte des Platzes war, erhielt mein Flugzeug einen furchtbaren Stoß, und nur mit eiserner Faust konnte ich die Maschine zur Ruhe zwingen und vor dem Absturz bewahren. Eine feindliche Granate war gerade unter mir krepiert, und der Luftdruck der Detonation hätte mich beinahe zu Boden geschleudert.

Aber gottlob! Außer einem faustgroßen Loch, das ein Granatsplitter in meine linke Tragfläche gerissen hatte, war kein Schaden angerichtet.

Nun kamen nur noch die üblichen Schrapnells hinter mir her. Das waren die letzten Abschiedsgrüße der Japaner und ihrer englischen Bundesbrüder für mich.

Als ich hoch genug war, drehte ich noch einmal um.

Da lag das liebe, kleine Tsingtau, das so viel durchgemacht und so viel noch auszuhalten hatte, unsere geliebte zweite Heimat, das Paradies auf Erden!

Bis in meine einsame Höhe drang das Dröhnen der Geschütze, das Krachen der Granaten und das Knattern der Gewehre und Maschinengewehre.