Dann ging es weiter und immer weiter mit fast geradem Kurs dem südlichen China zu, einem unbekannten Lande und einem ungewissen Schicksal entgegen. Ich kam über zerklüftete, wilde Gebirge, über Flüsse und weite Ebenen, dann zeitweise über das offene Meer und über Städte und Dörfer.
Nach einer handgroßen Karte und meinem Kompaß orientierte ich mich. Und schon um acht Uhr früh hatte ich die zweihundertfünfzig Kilometer hinter mir und mich glücklich nach meinem Bestimmungsort Hai-Dschou in der Kiangsu-Provinz zurechtgefunden.
Suchend spähte ich in die Tiefe nach einem geeigneten Landungsplatz. Doch damit sah es bös aus.
Durch die furchtbaren Regengüsse der letzten Zeit war das Land weit und breit überschwemmt. Die einzigen trockenen Fleckchen waren mit Häusern oder chinesischen Grabhügeln bedeckt. Endlich hatte ich ein kleines, etwa zweihundert Meter langes und zwanzig Meter breites Feld entdeckt, das aber auf beiden Seiten von tiefen Gräben und hohen Mauern, vorn und hinten vom Fluß eingeschlossen war.
Die Landung war verdammt schwer.
Aber was half es, ewig oben bleiben konnte ich doch nicht. Außerdem befand ich mich ja mitten in China und nicht in Deutschland und war froh, überhaupt noch diesen Platz gefunden zu haben.
Jetzt ging ich hinunter in großen Spiralen, und nach einem steilen Gleitfluge, bei dem die Maschine infolge der erhitzten Luft schwer durchsackte, stand ich um acht Uhr fünfundvierzig Minuten früh mitten auf dem morastigen Reisfeld.
Der Lehm war aber so weich und zäh, daß mein Fahrgestell glatt versank und die Räder festgehalten wurden; und mit einem mächtigen Stoß sauste meine Maschine auf die Nase, sich im letzten Moment beinahe noch überschlagend.
Der Propeller flog in Stücke, aber meine Glieder waren trotz des Stoßes Gott sei Dank heil geblieben.
Die Ruhe jetzt um mich herum berührte mich ganz eigenartig. Seit Wochen endlich wieder kein Dröhnen der Geschütze, kein Krachen krepierender Granaten, kein Fauchen und Bellen zerplatzender Schrapnells.