Mit dem Schwänzchen hoch in der Luft und dem Schnabel tief im Dreck stand friedlich und ruhig mein Täubchen im Sonnenschein.

In weiter Entfernung drängten sich Haufen von Chinesen: Männer, Weiber und viele, viele Kinder, in angsterfülltem Staunen.

Sie alle, wie auch alle anderen Chinesen, deren Land ich überflogen hatte, konnten das Wunder kaum fassen, denn ich war ja der erste Flieger hier, und alle dachten, der böse Geist käme in eigenster Person, um nun Unheil zu stiften.

Als ich gar aus meiner Maschine kletterte und versuchte, einige Menschen heranzuwinken, war kein Halten mehr. Schreiend und heulend lief alles davon, die Männer voran, ihre hingefallenen Kinder nach ihrer Meinung dem Teufel als Opfer zurücklassend. Wirklich, mein Erscheinen könnte im dunkelsten Afrika keinen größeren Schrecken hervorgerufen haben.

Kurz entschlossen lief ich hinter der Horde her und griff mir drei, vier Chinesen bei ihren Zöpfen und schleppte die Heulenden an mein Flugzeug heran, um ihnen zu zeigen, daß der große Vogel keinem was täte.

Nach einiger Zeit half das, und als ich ihnen sogar einige Geldstücke gab, da meinten sie, es wäre doch wohl ausnahmsweise mal ein guter Geist angeschwirrt gekommen, und willig halfen sie mir, das Flugzeug wieder in horizontale Lage zu bringen. Als die anderen das merkten, da kamen sie gleich in solchen Massen, daß ich mich wunderte, daß die Maschine nicht zerdrückt wurde.

Das Staunen der Chinesen! Das Antasten und Befühlen! Das Schnattern und Lachen!

Nur wer die Chinesen kennt und weiß, wie kindlich sie sein können, kann sich vorstellen, in welch köstlicher Situation ich mich befand.

Umtost von einer Horde Naturkinder saß ich quietschfidel in meinem Führersitz auf meinem Blechkasten mit den Geheimdokumenten, neben mir zur Sicherheit die Mauser-Pistole, und wartete der Dinge, die da kommen sollten.

Jeder Versuch, mich mit den Chinesen zu verständigen, war aussichtslos. Die Kerls grinsten fröhlich oder lachten mich einfach aus.