Aus dieser heiteren Lage befreite mich nach einiger Zeit ein kräftiges: „Good morning, Sir!” und neben mir stand ein Herr, der sich als Dr. Morgan von der Amerikanischen Mission vorstellte. Nach herzlicher Begrüßung und festem Händedruck klärte ich Dr. Morgan schnell über meine Lage auf und bat ihn, besonders da er fließend Chinesisch sprach, um seine Hilfe.

Ich merkte bald, daß ich mich in gutem und sicherem Schutz befand.

Mein riesiger chinesischer Paß, den ich aus Tsingtau mitbekommen hatte, wurde sofort zum Mandarin geschickt; nach einer Stunde kam ein Trupp von vierzig Soldaten aus der nur zehn Minuten entfernt gelegenen Kaserne und wurde zur Bewachung um mein Flugzeug aufgestellt.

Jetzt nahm ich die Einladung Dr. Morgans zum Frühstück gern an, und mit allen Sachen, die nicht niet- und nagelfest waren, zog ich mit ihm zur Mission.

Ich wurde hier aufs reizendste aufgenommen und lernte Frau Morgan, ferner Frau Rice, die Gattin des amerikanischen Missionars, und einen Herrn G. kennen, die sich alle auf das liebenswürdigste um mich bemühten.

Ich saß gerade beim Frühstück, als mir ein chinesischer Offizier gemeldet wurde, der mir sagte, daß eine Ehrenwache von einer Kompagnie für mich vor dem Hause aufgezogen wäre, und daß er Befehl hätte von seinem Mandarin, sich nach meinen Wünschen und meinem Wohlbefinden zu erkundigen, und endlich, daß der Mandarin selbst in einer halben Stunde seinen Besuch persönlich bei mir abstatten würde.

Ich war erfreut über so viel Aufmerksamkeit.

Bereits nach zehn Minuten kam wiederum Besuch, und diesmal waren es die Stadtoberhäupter von Hai-Dschou, die mir ihre Grüße überbringen wollten.

Die Situation war einzig. Ich saß inmitten dieser alten, ehrwürdigen Chinesen, nachdem vorher unendlich viele tiefe Verbeugungen unter Gemurmel und Gezisch ausgetauscht waren. Die Unterhaltung wurde bald recht lebhaft. Als Dolmetscher arbeitete dabei Herr Morgan.

Und nun ging das Gefrage los: Woher ich käme, wie es in Tsingtau aussähe, ob es wirklich wahr sei, daß ich durch die Luft gekommen, wie lange ich gebraucht hätte, und was für ein Zauber es erwirkt hätte, daß ich fliegen könne. All die vielen Fragen ließen sich kaum beantworten, und trotzdem der Dolmetscher sich die größte Mühe gab, viel verstanden haben die guten Söhne des Landes der Mitte nicht.