Wiederum wurden wir fünf wie Vieh auf der Brücke zusammengetrieben. Dann näherte sich auch schon der zweite Judas Ischarioth, welcher von Cooks Vertreter herbeigeholt war. Dieser zweite war ein Schweizer Passagier erster Klasse, und auf Veranlassung des Schurken sollte er uns in Schwyzer Dütsch prüfen.

Wir versagten alle fünf.

Kein Protest half. Nichts nützte, daß ich den Leuten die tollsten Geschichten erzählte, wie: Ich könnte ja überhaupt gar kein Deutsch! Schon als Kind von drei Jahren hätte ich mit meinen Eltern die Schweiz verlassen und sei mit ihnen nach Italien gezogen. Dann sei ich nach Amerika verschlagen worden.

In gutem Italienisch und Amerikanisch redete ich wie um meinen Kopf. Beinahe kam ich frei, da zischelte die Schlange wieder, und — — — aus war es!

Der englische Offizier ließ sich auf nichts mehr ein, er sagte bloß, es seien bereits so viel Schweizer durch Gibraltar durchgefahren, so viele gäbe es in der ganzen Welt nicht.

Mit einer innerlichen Wut, die mich fast zum Wahnsinn brachte, wurde ich abgeführt.

Schnell hatte ich ein paar Habseligkeiten zusammengerafft, ich konnte einer deutschen Dame noch unbemerkt einen Zettel in die Hand drücken, den sie auch treulich meinen Verwandten gesandt hat, und mit einem groben Stoß eines Seemanns flog ich das Fallreep hinunter und in die Barkasse, in der die vier anderen Unglückswürmer bereits gänzlich zerknickt saßen. Dann kam der englische Offizier mit seinem Schurken und fort ging's.

An der Reling des Dampfers stand der Schweizer Verräter und sah schadenfroh herab. Da konnte ich nicht mehr an mich halten, ich sprang auf und drohte ihm mit der Faust und brüllte ihm ein Schimpfwort zu.

Ein hysterisches Verräterlachen antwortete mir.

Und ganz vorne von der Steuerbordreling, da grüßten stumm ein paar traurige deutsche Augen einen letzten Abschiedsgruß zu mir herüber.