Nun kamen wir.

Der größte von uns Schweizern stand am rechten Flügel. Der englische Offizier trat auf ihn zu und sagte: „Sie sind deutscher Offizier!”

Natürlich laute Entrüstung und Proteste von dessen Seite. Der Engländer reagierte gar nicht darauf, und das Unglückswurm mußte beiseite treten. Wir anderen vier schienen ihm schon echter auszusehen.

Wir wiesen auf unsere Pässe hin, und jeder von uns gab eine Mordsgeschichte zum besten. Nach kurzer Zeit sagte er: „Schön, die vier können gehen, aber den einen nehme ich mit!”

Mir schlug das Herz vor Freude bis zum Halse. Da kam der Verräter.

Ein windiges Bürschchen in tadellosem Zivil trat an den Offizier heran und sagte ihm mit aufgeregter Stimme: „Es ist ausgeschlossen, daß die vier so ohne weiteres freikommen, ich bin überzeugt, alle vier sind Deutsche; es müssen unbedingt noch ihre sämtlichen Sachen untersucht werden.”

Von unserer Seite lauter Protest, aber es half nichts. Zwar widerwillig und voller Verachtung gegen diesen Schurken folgte der englische Offizier doch, und nun begann die Untersuchung in der Kammer. Alles wurde durchwühlt. Überall schnüffelte der Schurke herum, nichts konnte er finden, was verdächtig war. Kein Namenszug, nichts. Plötzlich drehte sich der Kerl um, riß mir die Jacke auf, krempelte mir die Brusttaschen um und sagte dann triumphierend zu dem Offizier, der neben ihm stand:

„Sehen Sie, auch hier kein Namenszug und kein Name, das ist ein Zeichen, daß er ein Deutscher ist, denn er hat alle Monogramme vorher vernichtet.”

Ach, hätte ich diesem Hund seine Hirnschale einschlagen können!

Wie wir bald erfuhren, war dieser Zivilist der Vertreter der Firma Th. Cook & Brothers in Gibraltar und versah auf den Dampfern Dolmetscher- und schurkische Spionendienste. Er sprach ein so reines Deutsch, daß er zweifellos viele Jahre in Deutschland Gastfreundschaft genossen haben mußte. Wie viele Unglückliche mochte diese Schlange wohl schon ins Verderben gebracht haben!