Totenstille um mich herum.

Tiefe Finsternis und furchtbares Schweigen. Durch einen Strom beißender Flüssigkeit, der über mein Gesicht herabfloß, kam ich wieder zu mir.

Mit den Beinen nach oben, den Körper zusammengepreßt und das Gesicht gegen meine Brust gedrückt, lag ich still da. Da durchzuckte es mich:

Du bist ja abgestürzt, das Flugzeug kann jeden Moment anfangen zu brennen, und du bist mit deinem Beobachter verloren! Tastend suchte ich in meiner zusammengequetschten Stellung nach dem Zündhebel und war froh, ihn endlich gefunden und die Zündung ausgeschaltet zu haben. Dann kam langsam das Bewußtsein der Wirklichkeit zu mir zurück, und ich dachte an meinen armen Beobachter. Der saß ja vorne, hatte den ersten Anprall abzuhalten und mußte bereits zerquetscht sein, wenn die Karosserie den Stoß nicht ausgehalten hatte. Als sich vorn nichts rührte, fragte ich endlich mit gepreßter Stimme, denn ich war so zusammengequetscht, daß ich kaum noch Luft bekam: „Strehlchen, leben Sie noch?”

Pause, entsetzliche Stille.

Auf meine zweite Frage vernahm ich dann:

„Ja! Was ist eigentlich los? Hier ist es so dunkel, ich glaube, es muß etwas passiert sein.”

O, wie frohlockte ich da. Ich schrie förmlich vor Vergnügen: „Strehlchen, Mensch, Sie sind ja am Leben, das ist die Hauptsache! Sind Ihre Knochen eigentlich noch heil?” Der gute lange Kerl war in dem kleinen Raum schrecklich zusammengequetscht, und ich hörte nur noch sein: „Ja, ich weiß nicht, das wird sich hoffentlich später feststellen lassen.”

Dann war es wieder still. Das Benzin floß noch aus dem mit hundertsiebzig Litern gefüllten Tank in Strömen aus, und nach einer Zeit, die mir die Ewigkeit dünkte, klopfte jemand draußen an, und von weither erklang eine Stimme:

„Na, lebt da noch jemand drin?”