Aber manchmal zankten sie sich, und dann wurde Sven düster und ging zu Mama und sagte, daß Martha abscheulich sei.

Dann antwortete Mama:

„Ja, aber Du willst sie doch heiraten, und da müßt Ihr doch wieder gut Freund werden.“

„Ich will sie nicht heiraten,“ sagte Sven.

Aber wie dies nun auch sein mochte, sie wurden wieder gut Freund, versöhnten und küßten sich und unterhielten sich noch besser, als je zuvor.

Es versteht sich von selbst, daß Mama Svens Braut mindestens ebenso anbetete wie er selbst, und wenn sie herauskam und Sven mitnehmen wollte und Sven seinerseits Martha nicht verlassen konnte (eine ganz neue Erfahrung in seinem kurzen Dasein), dann löste sich der Konflikt in der Weise, daß Mama die Brautleute Eines an jeder Hand nahm und zugleich ihre Spielkameradin und ihre Vertraute wurde. Ja, ich fürchte, sie sprach mit ihnen Beiden von Liebe und Ehe, weil sie wie Keiner ihre Sprache konnte, und es mag wohl sein, daß sie bei der Stärke ihrer Phantasie sich schon als Schwiegermutter zu fühlen anfing.

Es nützte nichts, wenn Jemand versuchte, Svens Liebe von der scherzhaften Seite zu nehmen. Olof höhnte allerdings das kleine Brüderchen und versuchte zu erklären, daß ein richtiger Kerl sich nichts aus Mädels machte. Selbst Svante, der in diesem Punkte ein weniger reines Gewissen hatte, versuchte das kleine Brüderchen damit anzugreifen, daß es eben zu klein war.

In seiner Not wendete sich Sven an Mama als an die höchste Autorität. Und Mama sagte ihm, daß er sich nicht darum kümmern solle, was die großen Jungen sagten, und wenn er Martha lieb habe, so wäre das ja nichts Komisches, gleichviel ob er klein oder groß sei.

Nun fand Sven, daß die Brüder ihr Teil bekommen hätten, und ließ sich sein Glück nicht weiter von ihnen trüben. Er war selbst so ernst mitten in seiner Freude, daß er nicht begriff, wie irgend Jemand über so etwas scherzen konnte, und darum machte er auch kein Geheimnis aus der Sache. Wenn ein Aelterer, was ja vorkam, ihn fragte, ob es wahr sei, daß er eine Braut habe, antwortete er ohne Weiteres Ja, und gleich darauf lief er fort und spielte mit ihr, so als wollte er die ganze Welt fragen, ob sie nicht schön und süß sei, wie eine richtige Braut sein soll.

Ja, Sven betrug sich überhaupt so, daß man aufhörte mit ihm zu scherzen, und selbst die Brüder ließen ihn in Frieden.