Karin Brandts Traum / Gefährliche Mächte.
5. Bd.:
Die Brüder Mörk / Die alte Herrenhofallee.
Mit dieser neuen Ausgabe seiner Werke wohnt Geijerstam mitten unter uns. Man hat ihn in Deutschland verstanden. Diese Sammlung seiner Werke — rein äußerlich, bei schöner Ausstattung und sehr billigem Preise, die denkbar beste Vereinigung von Volks- und Bibliotheksausgabe — ist Beweis dafür. Den Geijerstam, den man braucht, hat man in dieser Auswahl ganz. Sie findet ihre literarische Rechtfertigung zudem in einer Einleitung von Friedrich Düsel, und diese Einführung gibt eine seelisch eindringliche, man könnte beinahe sagen, erschöpfende Analyse von Geijerstams künstlerischer Persönlichkeit ... In Geijerstam kündigt sich eine neue Weltanschauung an, noch viel zu unentwickelt, um in den Rahmen von zehn Geboten gefaßt zu werden, doch aber recht eigentlich die Weltanschauung des Menschen, der nicht die Kraft, dafür aber die Zartheit seiner eigenen Empfindungen besitzt. — Eine neue Frucht der Erkenntnis gleißt aus der grünen Blätterpracht dieser Erzählungen! Aus dem Stamm des sozialen Mitleidens ist sie erwachsen. Menschen mit verfeinerten Empfindungsorganen werden danach greifen und werden — wie das immer war — beides daraus schmecken: Tod und Leben.
(Frankfurter Zeitung)
Das Buch vom Brüderchen
Wir haben es hier mit einem wundervollen, tief melancholischen Buch der Liebe und Ehe zu tun, das ein bedeutender Dichter geschrieben hat. Das Buch ist reich an lyrischen Stimmungen, ja es ist eigentlich nur eine Kette von solchen, und durchpulst von dem echtesten Empfinden. Es sind die Aufzeichnungen eines glücklich-unglücklichen Mannes, der ein schönes, kluges und geliebtes Weib besitzt und drei Kinder, nach deren jüngstem dieses Buch benannt worden ist.
Dieses keusche, zarte, liebenswerte Buch sollten alle lesen: die Alten und die Jungen. Besonders die jungen Mädchen sollten es lesen, anstatt der verlogenen Liebesgeschichten, die zumeist ihre Lektüre bilden. Und dann die Mütter. Dieses Buch ist wie eine kleine Bibel. Es ist reich an allem Guten und Heiligen. Es ist reich an tiefen mystischen Beziehungen zwischen Mensch und Mensch, und die Natur — Schweden und seine Schären und das Meer — steht leuchtend und groß darin auf. Das Buch ist ein Kunstwerk und ein Werk des Lebens zugleich. So sollen gute Bücher sein.
(Rheinisch-Westfälische Zeitung, Essen)
Nils Tufvesson und seine Mutter