Ein Lebenssiegerbuch, wie selten in unserer Literatur der Ohnmacht und Schwäche! Es ist, als ob von Geijerstam immer mehr und mehr alles Überflüssige abfiele, alles, was dekorativ ist und Füllwerk. Er wird einfacher mit jedem Buch. Klar und rein hebt sich der Kern heraus. Dieser neue Roman sieht sich zuerst beinahe ärmlich an. Ein schlichtes Menschenschicksal, das nicht über die Alltäglichkeit hinausging, wird erzählt. Aber dann quillt aus der Schlichtheit ein Reichtum auf. Man fühlt deutlicher und eindringlicher der Schlichtheit zweites Gesicht: die Echtheit. Da ist keine Mache mehr, kein Aufputz, kein Künsteln mit den narkotischen Mitteln der Unehrlichen im Romangewerbe. In Geijerstams Romankunst ist Ehrlichkeit, Leben, Wahrheit. Erst wenn man sich so aller blendenden Äußerlichkeiten begibt, kann man so innerlich werden wie der Autor von Karins Traum.

(Münchener Post)

Gefährliche Mächte

Der Roman „Gefährliche Mächte“ bietet uns Geijerstams tiefste, gedankenreichste Schöpfung. Wieder beschäftigt sich der Eheprediger mit dem Problem der Ehe. Wieder behandelt er die Hauptlehre seines Lebens, daß wir uns selber nicht, geschweige denn einen anderen erkennen, daß wir alle im Dunkeln herumirren. Heller und lauter, ernster und nachdrücklicher aber erhebt Geijerstam diesmal seine Stimme. Die beiden großen alltäglichen Tragödien des menschlichen Lebens, den Zusammensturz ehelichen Glückes und die Tragödie des Verkanntseins, der Vereinsamung verschmilzt er zu einer ergreifenden Einheit. Klänge nicht überall seine alles begreifende, alles verzeihende Menschenliebe hindurch, so könnte das Buch als eine niederschmetternde Anklage die Freude am Leben aus unserem Herzen verjagen.

(Allgemeine Zeitung, München)

Das ewige Rätsel

Das Problem der Ehe, das Problem der Geschlechter — das „ewige Rätsel“ — wird hier von einer ganz neuen Seite und mit neuen Mitteln behandelt. Dieser Roman enthält, abgesehen von einer sehr spannenden, aber kurzen Episode, fast gar kein Geschehen im Sinne der epischen Kunst. Es ist alles Psychologie, spinnwebdünnes seelisches Ereignis... Mit unendlich feiner, subtiler Kunst hat Geijerstam das innerste Verhältnis zwischen Mann und Weib geschildert. Er hat aus dem Problem der Ehe das weitere, größere Problem herausgelöst, das Problem der Fremdheit der Menschen zueinander.

(Pester Lloyd)

Die alte Herrenhofallee

In diesem letzten Roman, den uns der schwedische Dichter hinterlassen hat, behandelt er noch einmal das Problem der Ehe, dem er in der „Komödie der Ehe“ mit feinem psychologischen Tasten nachgegangen war. Die Umwelt verlegt Geijerstam in eine längst vergangene Zeit, „noch ehe der Ton der Dampfpfeife das Rauschen der schwedischen Wälder durchschnitt“. Durch die alte Herrenhofallee ist einst eine Vorfahrin der Heldin seiner Erzählung ihrem Gatten davongefahren, und dieser hat alsbald, um jede äußere Spur, die ihn an seinen Unglückstag erinnert, zu vertilgen, die alte Allee umhauen lassen — ein Symbol, das gleichsam mit vererbender Schicksalskraft im Leben der Heldin wiederkehrt. Es ist ein abgeklärtes Können, eine von einer ausgeprägten dichterischen Persönlichkeit geführte Objektivität, die in allem Geschehenen die seelischen Fäden erkennt und auflegt.