„Guten Morgen, lieber Junge!“ sagte sie.

Sie betrachtete ihn eine Weile ängstlich forschend: „Schrecklich, wie müde und mitgenommen du aussiehst! Bist du wieder seit sieben Uhr auf?“

Der junge Mann setzte sich mit niedergeschlagener Miene an den Tisch.

„Es ist ja jetzt bald vorüber; wenn ich nur durchs Examen komme!“ sagte er.

„Ja, wenn’s nur schon vorüber wäre!“ sagte seufzend die alte Dame. „Du reibst dich ja vollständig auf auf die Weise. Was glaubst du, daß deine Mutter sagen wird, wenn sie dich wiedersieht?“

Der junge Mann zuckte die Achseln und trank schweigend seinen Tee. Nach einer Weile fragte er: „Weißt du, ob es sehr kalt ist heute, Tante?“

Sie warf einen Blick zum Fenster hinaus.

„Es scheint recht rauh“, erwiderte sie. „Es hat geschneit heut Nacht. Du mußt dich schon warm anziehen, wenn du ausgehst.“

Und als er gefrühstückt hatte, begleitete sie ihn ins Vorzimmer, um nachzusehen, ob er auch seinen Überzieher ordentlich zuknöpfte.

Ernst Hallin ging die Järnbrostraße hinab und schlug den Weg nach der Flusterpromenade ein. Fünf Jahre war er jetzt in Upsala, und in all diesen Jahren hatte er denselben Spaziergang gemacht gleich nach dem Frühstück. Ehe sein Freund Simonson das Staatsexamen gemacht und angefangen hatte, zu „praktizieren“, hatte ihn der immer in der Wohnung abgeholt und auf dem Spaziergang begleitet. Aber seit Simonson letztes Frühjahr Upsala verlassen hatte, war er immer allein gegangen, nicht zum Vergnügen, sondern weil es notwendig war, wenn er vormittags studieren wollte.