„Weiß der Kuckuck, was heut los ist mit mir“, sagte er. „Ich fühl’ mich ganz verdammt mitteilsam. Muß wohl ganz viele Grogs getrunken haben. Na — also ich werd’ dir was erzählen. Als ich ganz jung war, war ich einmal sehr verliebt und wollte heiraten. Sie war ein nettes kleines Ding mit blauen Augen und feinem Gesicht und kleinen Händen und all so was. Ganz verdammt fein war sie. So fein war sie, daß sie eines Tages zu mir sagte, sie könne mich nicht nehmen, weil ich ihr zu ungeschliffen sei. Hahaha! Siehst du, so geht’s einem, wenn man nicht fein genug ist! Seither hab’ ich mich mit schlechter Gesellschaft begnügen müssen — und schlechten Mädels. Aber es ist schon lang her!“ fügte er hinzu, als fürchte er, zu sentimental zu erscheinen.

Und er ging zum Tisch zurück und goß ein Glas Sherry hinunter.

Der Tisch sah recht abgegessen aus.

„Ordentlich mit Plan und Überlegung ausgeführt!“ sagte Professor Hallin zu Magister Barfoot, der durch sein Monokel aus dem linken Augenwinkel melancholische Blicke auf das Schlachtfeld warf.

Die Butterpyramide mit ihrem Gipfel von Petersilienblättern war zu einem Nichts zusammengesunken; der Kaviar zwischen den gehackten Zwiebeln war ganz verschwunden. Da und dort lagen auf einer Platte noch ein paar Scheiben kalten Fleisches, ein paar Lammkoteletten hatten sich am äußersten Rand einer länglichen Schüssel unter ein paar gedämpften Mohrrüben verkrochen; nur der Büchsenlachs und der geräucherte Aal standen noch unberührt da. Von dem frischen Lachs mit verlorenen Eiern, der vorher in feingeschnittenen Scheiben, Seite an Seite mit einem Haufen ebenfalls verschwundener Entrecotes, den Appetit herausgefordert hatte, war keine Spur mehr zu sehen. Am Rand des Tisches stand eine Schale, auf deren Grund die Überbleibsel des geschmolzenen Gefrorenen schwammen.

„Ja, essen, das kann man hier in Gammelby, dafür ist es bekannt!“ sagte Professor Bruhn.

„Na, nun wollen wir lustig sein und weitermachen!“ schlug Professor Hallin vor und setzte sich. „Jetzt kommt der Kaffee und der Punsch.“

Der Kaffee kam, und der Punsch kam. Und alle wurden lustig und immer lustiger. Jetzt war die Reihe an Svartengren; jetzt wurde der amüsant. Vor dem Abendessen sagte der nie viel, und während des Abendessens war er mit Essen beschäftigt. Es war nicht zu glauben, was er alles in sich hineinaß. Dafür war er aber auch, wenn man beim Kaffee und Punsch angelangt war, der Vergnügungsmeister. Das erwartete die Gesellschaft von ihm. Er konnte Hühner und Katzen und Schweine nachmachen. Er wußte allerhand Lieder und trommelte „Hör uns, Svea!“ auf seinem Bauch, während er mit dem Mund die Klarinette dazu blies. Und noch eine Menge andere amüsante Kunststücke konnte er. Er war sich dessen auch wohl bewußt; und er schickte sich eben an, den Mund aufzutun, um ein paar einleitende Worte zu sagen, während er seinen dicken Bauch unter den Tisch schob. Da ging die Tür auf; und Professor Eneman, der ein bißchen auf die Straße gegangen war, um sich auszulüften, kam wieder herein. Er blieb mitten in der Tür stehen und winkte jemand, der im Korridor draußen wartete.

„Kommen Sie, junger Freund!“ sagte er und fuhr mit seiner runden kleinen Rechten durch die Luft. „Wir sind lauter gute Kameraden hier, und wir vermehren uns gern um einen neuen!“