Graf Saint-Germain ist am letzten Sonnabend (5. Mai) hier eingetroffen. Dies ist sein zweiter Aufenthalt in Chambord. Ich habe zwei Zimmer für einige seiner Leute zurechtgemacht, sowie drei andere mit Küche und Speisekammer im Erdgeschoß zu seiner Bequemlichkeit. Ich habe in diesem Teil des Schlosses nichts verändert, sondern nur dringende Reparaturen machen lassen.

V. Aus einem Schreiben des Grafen Bernstorff[175]

(1779).

Ich war weder sein Freund noch sein Bewunderer. Hoffentlich hat er vergessen, wie sehr er sich darüber ärgerte, aber seither sind zweiundzwanzig Jahre verflossen ... Jetzt halte ich mein Urteil zurück, gestehe aber, daß ich noch immer sehr zum Mißtrauen gegen einen Mann neige, dessen Persönlichkeit stets ein Rätsel blieb, der mit unsinnigen Behauptungen um sich warf, der immerfort seinen Namen wechselte und sich bald als Adepten, bald als vornehmen Herrn ausgab, den die Vorsehung besonders reich gesegnet habe.

VI. Aus den „Episoden meines Lebens“ des Grafen d’Angiviller[176]

Ich kannte den Grafen Saint-Germain, der vom Prinzen Karl[177] so begünstigt worden ist. Ich war noch sehr jung, aber trotz meiner Jugend, trotzdem er mich gut behandelte und mir sogar schmeichelte, ließ ich ihn nicht etwa friedlich die Ehren genießen, die man seinem Scharlatanismus erwies, sondern trumpfte immerfort erbarmungslos gegen ihn auf.

DIE MISSION SAINT-GERMAINS IM HAAG (1760)

I
Aus dem Schriftwechsel des Herzogs von Choiseul[178]

Graf d’Affry[179] an Choiseul

Haag, 22. Februar 1760.