"Meine Beine, meine Beine! Noch einen Tag länger, und ich bin fertig."
"Na, an mir ist ja auch nicht viel gelegen", setzte sie oftmals hinzu.
Fräulein Frieda zeigte sich sehr unanstellig und unerfahren. Sie war natürlich "die Schlechteste, die man hätte kriegen können, zu nichts zu gebrauchen, nicht mal zum Kartoffelschälen."
"Hätten wir doch Mimi noch", klagte die Tante.
"Wärst Du nicht krank, sofort schickte ich die dumme Person weg. Jede Minute muß man sich ärgern. Aber wie kann ich jetzt wechseln. Dann ginge ja wohl alles zu Grunde."
"Warte nur Tantchen, bis ich wieder besser bin, lange kann's ja nicht mehr dauern", tröstete Therese.
"Zeit wird's", seufzte Frau Caroline. "Alleine halte ich es nicht mehr aus. Ich bin am ganzen Körper wie zerschlagen. Wenn es so weiter geht, lege ich mich auch noch hin."
Das klang gerade nicht sehr aufheiternd für Therese. Aber wenn diese die Bedauernswerte kurz nach solchen Klageliedern im Laden laut lachen, oder in der Küche mit Tellern unsanft umherstoßen hörte, war sie über Nerven und Glieder der Tante beruhigt.
XXIII.
Auf den inhaltsschweren Brief seiner Frau unterbrach der alte Behn sofort seine Kur und reiste zurück.