Mit schrillem Mißklang intonierte in einer Nebenstraße eine Drehorgel einen neuerdings beliebten Operettenwalzer.

Hermann schrak aus seinem Brüten auf.

Wie gemein waren diese Klänge.

Ein Straßenjunge sang im höchsten Diskant zu den Melodien des Leierkastens die geschmacklosen Verse des unterlegten Couplets. Noch bis zur nächsten Straßenecke hörte Hermann den Gesang des Bengels.

Wo hatte er doch die Melodie, diese Worte schon einmal gehört? War es damals im Ottensener Park? Er konnte sich's nicht entsinnen.

Bis auf den Kirchhof, bis ans offene Grab verfolgte ihn die Melodie, summten ihm die banalen Verse im Ohr, aufdringlich, marternd, im Walzerrhythmus:

"Meine Liebste ist in Bremen,
Ist 'ne Selterwasserdirn."