"Laß man, Cäsar, das giebt sich", witzelte der Semmelblonde. "Wird wohl wieder werden."
Wilhelm Beuthien hatte von seinem etwas erhöhten Standpunkt aus sofort
Lulu Behn bemerkt und auch ihr Erblassen, als ihre Blicke sich trafen.
Das grenzenlose Erstaunen, sie hier zu treffen, wich bald der geheimen
Freude, der Erfüllung seines lange gehegten Wunsches so unerwartet nahe
zu sein.
Ob sie mit der Ladenmamsell von der Ecke gekommen war?
Sonderbar. Oder——
Ein überlegenes Lächeln flog über sein hübsches Gesicht. Die vielen begehrlichen Mädchenblicke unbeachtet lassend, suchte er, ohne seinen Platz zu verändern, Lulu mit den Augen. Er hatte sie bald wiedergefunden. In einer Ecke des Saales stand sie in eifrigem Gespräch mit der Freundin.
Kurz entschlossen ging er auf die beiden Mädchen zu, ließ Lulu fast unbeachtet und forderte Lene Kröger zum Walzer auf.
Lulu biß sich auf die Lippe und trat einen Schritt zurück. Sie war kreideweiß geworden und zitterte. Es war ein Stuhl in der Nähe, und sie war froh, sich setzen zu können.
Lene Kröger hatte mit einem jungfräulichen Erröten Beuthiens Arm genommen, vergebens bemüht, zu verbergen, wie sehr sie sich durch diese unerwartete Aufforderung geschmeichelt fühlte. Mit zusammengekniffenen Lippen und wutfunkelnden Augen verfolgte Lulu die beiden.
Lene Kröger galt früher für die beste Tänzerin in diesen Kreisen, eine
Schwester von ihr war sogar Solotänzerin beim Ballett der Zentralhalle.
Lene tanzte auch jetzt noch gut. Wie graziös die hagere, eckige Person sich zu wiegen verstand.