Beuthien hatte die Richtung nach Horn genommen. Drüber hinaus, auf einer menschenleeren Feldstraße stieg Lulu aus und ging, wie sie zu thun pflegte, mit ihm, an seinem Arm hängend, neben dem gemächlich bummelnden Braunen her.
Der Weg erlaubte eine freie Uebersicht. Nahte jemand, war noch immer Zeit genug, sich zu trennen und unbefangen nebeneinander herzugehen, oder in die Droschke zurückzuschlüpfen.
Beuthien wußte in der Gegend ein abgelegenes Wirtshaus, wo man wagen durfte, einzukehren.
Lulu war zu allem bereit.
Es war ein wunderschöner Sommertag. Eine warme, sonnige Luft lag, ohne lästig zu sein, über den grünen, vielversprechenden Saaten.
Lulu war sehr heiter.
Die stille, wohlthuende Ruhe hier draußen wiegte alle ihre Bedenken ein.
Auch Beuthien war aufgeräumt. Er ließ bald ihren Arm fahren und legte vertraulich den seinen um ihre Hüfte. Und sie ließ sich seine derben Scherze und zeitweiligen Zärtlichkeiten gefallen.
Ein kleiner Garten neben jenem Wirtshaus, das den poetischen Namen "Zum einsamen Winkel" trug, enthielt zwei nicht sehr schattige Lauben, die jedoch mit ihren grünen Holzstäben und grüngestrichenen Tischen und Bänken etwas Trauliches, Einladendes hatten.
Der Wirt, ein ordinär aussehender, verschmitzt schmunzelnder Patron, brachte zwei Gläser Bier dorthin, fuhr einmal träge mit seiner unsauberen blauen Schürze über den bestaubten Tisch und suchte eine Unterhaltung anzuknüpfen, auf die man jedoch so einsilbig einging, daß er bald davon abstand.