"Wie so?"

Er berührte mit dem Rücken der rechten Hand sanft ihre linke Wange.

"Wie Feuer."

Sie schlug nach ihm.

Sie hatte ihn kräftig getroffen. Der Fingerhut entflog ihr bei dem
Schlag und rollte durchs Zimmer unter den altmodischen Sekretär aus
Eichenholz, dessen Messingringe und Schlüssellochumkleidungen der
Verdruß der jungen Mädchen waren, denn nie konnte dieser Zierat der
Wittfoth glänzend genug leuchten.

Hermann, auf der Verfolgung des Ausreißers, lag bäuchlings auf dem Fußboden und angelte und fegte pustend und ächzend mit einem langen hölzernen Stricksticken der Tante unter dem ziemlich tiefen Möbel umher, als das Zimmer von außen geöffnet und die helle Stimme der Tante laut wurde:

"Unser Wohn- und Arbeitszimmer, Fräulein."

Gleichzeitig erschien Fräulein Behn in dem Rahmen der Thür, noch ehe die
Wittfoth die ungewöhnliche Lage ihres Neffen recht gewahrte.

In größter Verwirrung schnellte Hermann empor, mit bestaubten Aermeln und Rockschößen, an welchen sich auch die unvermeidlichen Fäden der Nähstube festgesetzt hatten.

Schallendes Gelächter begrüßte ihn, in das er notgedrungen einstimmte.