"Na", zweifelte Therese. "Mimi war doch eigentlich im Geschäft recht tüchtig."

"Alles was recht ist", gab die Tante zu. "Das heißt, vergeßlich ist sie doch man, und nachräumen muß man ihr alles."

"Ja, wo findest du eine ohne Fehler, liebe Tante." Ein häßlicher Husten, der sie seit der Buxtehuder Ausfahrt quälte, unterbrach stoßweise Theresens Worte.

"Das ist auch man ebenso viel, zu ersetzen ist jede", behauptete Frau
Caroline. "Mich ärgert man bloß, daß das dumme Ding solch Glück hat.
Aber man ist ja wohl eigentlich schlecht, so was zu sagen. Ich meine
auch man bloß. Ich will ihn ihr nicht nehmen, und wenn sie ihn auf'n
Teller bringt."

"Du hast ja schon Dein Teil", lachte Therese. "Am Ende hätte ich noch
Onkel Pohlenz sagen müssen. Da ist mir doch Onkel Beuthien lieber."

"Mich amüsiert man, daß wir nun doch noch 'ne Doppelverlobung zu Stande gekriegt haben. Nu mach auch man Anstalten", meinte die Wittfoth.

"Ich werde Wilhelm einen Antrag machen", scherzte Therese etwas verlegen. Die unzarte Bemerkung der Tante that ihr weh, für sie war ja das Verloben und Heiraten "nicht erfunden", sie durfte zusehen.

Und doch war sie ebenso liebebedürftig, hatte ein ebenso empfängliches
Herz, wie Mimi und die so viel ältere Tante.

Ihre Neigung zu Hermann brannte wie eine Kerze, mit gleicher, ruhiger, sanfter Flamme, sich selbst verzehrend.

Zu stolz und zu klug, sich Illusionen hinzugeben, hatte sie ein für allemal auf Liebesglück verzichtet, wenigstens sich mit dem begnügt, das auch unerwiderte Liebe zu bieten vermag.