17.
Es war fünf Uhr morgens. Randers öffnete das Fenster. Es war noch alles
dunkel draussen, die Sonne noch nicht aufgegangen. Aber von den
Wirtschaftsgebäuden her kündigten verschiedene Geräusche an, dass die
Leute schon an die Arbeit gingen. Er sah Licht im Kuhstall, und ein
Knecht ging mit einer Laterne über den Hof.
Es war ein kühler, nebliger Morgen. Der Regen hatte schon während der Nacht aufgehört. Aber von den Bäumen und Büschen tropfte es noch in schweren grossen Tropfen, und ein feuchter, modriger Dunst stieg von dem durchweichten Erdreich auf.
Randers war blass und überwacht. Er hatte die ganze Nacht hindurch
geschrieben. Er brauchte sich nicht anzukleiden, er war nicht aus den
Kleidern gekommen. Er kühlte sich Stirn und Augen mit einem nassen
Schwamm, trank hastig ein paar Gläser Wasser und stand dann mitten im
Zimmer, regungslos, die Hand im Nacken, und starrte auf den Fussboden.
Mit einem Ruck ermannte er sich.
"Es geht nicht anders. Es ist das Beste so. Bei Nacht und Nebel."
Er lachte. Ein bitteres, hässliches Lachen. Er nahm Hut und Stock und den kleinen Koffer und ging leise die Treppe hinunter.
Ein Hausmädchen sah ihm verwundert nach. Sie waren gewohnt, dass er früh aufstand, mit Sonnenaufgang schon in die Felder lief oder an die See hinunter.
Aber heute war es doch reichlich früh.
Er fand die Hintertür geöffnet und kam ungesehen ins Freie.