Adieu, bester Freund! Ich halt es einfach nicht mehr aus.
Ihr Randers.
P.S. Ich lege Ihnen hier noch ein paar Verse bei, die meine augenblickliche Seelenverfassung spiegeln, und ein älteres Stimmungsstück, das ich unter meinen Papieren fand, eine Stilübung, die Sie vielleicht als Beweisstück für meine unzureichende Produktionsbegabung und als ein Charakteristikum nach der sentimentalen Seite hin brauchen können. Übrigens meine Verse! Ich wollte Sie immer bitten, ihnen etwas auf die Beine zu helfen, sie sind gar zu dilettantisch unbeholfen. Aber ich hab's mir jetzt überlegt, ändern lassen Sie nichts daran; so wie sie sind, haben sie ja allein Wert als "Dokumente", als Belege für mein Halb- oder Garnichtskönnen. Wenn Sie sie nicht lieber ganz weglassen. Mir auch recht!
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Was für ein Traum doch war's, der sich mir spann bei Nacht,
Dass ich in meinen Tränen bin erwacht?
Was für ein Traum doch war's?
Ist's nicht dein Bild, das sich mir hat gestellt,
Das Haupt von lichten Locken dicht umwellt?
Ist's nicht dein Bild?
Und blicktest du nicht kalt an mir vorbei, die Hand
Zur Abwehr streng entgegen mir gewandt?
Und blicktest du nicht kalt an mir vorbei?
Zerriss es denn auf ewig, jenes Band,
Das dich und mich zu schönstem Bund umwand?
Zerriss es ganz?
So bleibt mir nichts von dir als heisse Glut,
Ein einsam Kissen, feucht von meiner Tränenflut?
So bleibt mir nichts?
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Friedenstraum.
In stillen, tagesabgeschiednen Nächten,
Wenn Stern an Stern zu goldnem Kranz sich flicht,
Und wenn, wo Ginster sich und Weissdorn flechten,
Gespenstisch Flüstern ob der Heide spricht,
Dann hör ich auf, zu hadern und zu rechten,
Wenn goldner Friede sternhernieder bricht,
Dann blinkt in meines Herzens dunklen Schächten
Endlich ein trautes, stilles Dämmerlicht.
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Vogelkönigtum.