Trutz blanker Hans!
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Also doch! klopft bei mir an, mein Gast. Ich wälze mich schlaflos, steh
auf, wandere umher, horche hinauf. Und oben schläft Fräulein Helga
Lorenzen aus Tönning. Und draussen kichern die Sterne, ein richtiges
Kichern.
Bis neun Uhr hielt der Nebel an, der gesegnete Nebel. Da war's zu spät für Wenningstedt. Gott sei Dank!
Sie machte den Abendtee, kochte den Morgenkaffee, und war so ganz unbefangen. Diese schönen Hände. Helle Holstenaugen, klar und klug. Aber manchmal zittert's so eigen darin, als wollte was aus der Tiefe der Seele aufsteigen.
Also nicht Tönning, sondern aus Bremen. Nur Verwandte in Tönning. Reiche Zigarrenfabrikantentochter aus Bremen. Heirat mit einem schneidigen Assessor aus dem Weg gegangen. Gouvernante, Schauspielerin, jetzt berufslos. Sie muss also Geld haben. Gage erspart. Übrigens ist sie mündig und wird über Vermögen zu verfügen haben. Gefällt mir ausnehmend, dieser Bruch mit der Tabaksfamilie. Dem Assessor davongegangen. Auf eigenen Füssen, Ibsenweib.
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Fräulein Helga gesehen. Wir sehen uns jetzt täglich. Ist das ein
Mädchen! Sie hat Vermögen und will vorläufig "ohne Engagement" leben;
Freiheit, die auch ich meine. Reisen, Einsamkeit, Reisen. Nächstes Jahr
will sie nach Schottland. Wenn sie will, geh ich mit.
16.
Randers sass auf dem Schwedenwrack, und Helga lag zu seinen Füssen im
Sand. Überall lagen die Scherben der gestrandeten Schieferplatten umher.