Ganzen Tag auf der Suche. Bin ich in Hörnum, sitzt sie natürlich in
List. Muss sie direkt in Wenningstedt abwarten.

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Fräulein Lorenzen aus Tönning. Sie will bleiben, so lange es ihr gefällt, will Einsamkeit. Fräulein Lorenzen aus Tönning, ich suche Sie, wir gehören zusammen.

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Natürlich, so muss es sein. Sie sitzt da unten, und ich bombardiere sie nichtsahnend mit Sand. Und diese alberne Flucht aus dem Hotel, wie ein Dieb übern Zaun.—

Ich schlafe nicht, ich wache nicht, ich träume nur, und nur von ihr. Es ist auch zu einsam hier, man muss etwas haben, was einen beschäftigt, einen ausfüllt. Der Mensch muss immer hinter etwas her sein, soll er das Leben ertragen, hinter einem Weib, einem Ideal, einem Orden, einem Lotteriegewinn.

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Wenn man so im Dünensand liegt, der Wind geht über einen weg, und um einen herum rieselt's, rieselt's, rieselt's so ganz sachte, alle die tausend feinen Körnchen in Bewegung. Und man liegt und liegt und denkt nichts, als dass man so liegt und nichts denkt, und dass der Himmel so blau ist, und dass das die Brandung ist, was so monoton ins Ohr schlägt. Und plötzlich fängt der Magen an zu knurren, will nicht länger so liegen, hat Hunger. Aber man hält's eine Weile aus, man liegt gerade so schön, und dann steht man endlich doch auf, weil der Hunger gar zu gross wird—das ist eine sehr gesunde Art, den Tag hinzubringen.

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Da bauen sie Buhnen ins Meer, das ganze Jahr hindurch flicken sie daran herum. Immer der Reihe nach wieder von vorn an. Der blanke Hans schlägt die Zähne hinein, hat immer Hunger. Da schieben sie ihm so eine Buhne in den Rachen, da, knabbere dran. Inzwischen schwemmt's an, weht's an, der Strandhafer hält's fest, das Land wächst, die Dünen wachsen, und der Hans knurrt dazu. Knurr nur. Hilft dir nichts. Aber dann wird er mal wild, brüllt, springt ans Land, fuchtelt mit den Armen, und sein langer weisser Bart weht über den Dünenkamm.