Aber das alles verlor sich, verwirrte sich ihm in ein undeutliches Gewimmel. Klar sah er nur den Kapitän auf der Brücke. Der ist blass bis unter die Mütze, die mit dem Sturmband unterm Kinn befestigt ist. Aber wie aus Erz steht der Mann da, festgeklammert mit der Eisenfaust an dem Geländer der Kommandobrücke. Jetzt beugt er sich nieder. Er kritzelt etwas auf ein Blatt Papier, reicht es dem Lotsen. Der winkt ihm mit heftigen, überredenden Gebärden. Er schüttelt den Kopf, er will nicht weichen. Nicht vom Platz!
"Der Held! Der Held der!"
Randers rief es ganz laut. Er glühte vor Aufregung. Könnte er da oben stehen. Sein Leben dafür!
Bis zum letzten Atemzuge da oben, einen letzten Gruss an Weib und Kind, und hinein in den brüllenden, schäumenden, herrlichen Mannestod.
Randers sass aufrecht auf dem Sofa und starrte wie geistesabwesend in die Blitze und auf die sturmgepeitschten Bäume, als Mutter Petersen ins Zimmer stürzte und um Christine jammerte. Sie sei nach Schönfelde gegangen, um etwas vom Krämer zu holen. Nun sei sie gewiss bei dem Unwetter unterwegs.
"So'n Gör is ja zu dumm!"
Randers sprang auf, er wollte der Kleinen entgegen. Mutter Petersen wollte das nicht dulden.
"Nein, mein Mann soll. Aber wo is er nur? Er wird bei's Vieh sein!"
Aber Randers war schon draussen. Sie lief ihm nach, ob er denn keinen Schirm mitnehmen wolle. Aber er hörte nicht, er lief nur immer darauf los.
Was hatte er auch da auf dem Sofa zu liegen. Warum war er nicht gleich hinausgelaufen?