"Wir können hier doch nicht stehen bleiben," meinte er.

"Aber es regnet ja noch so."

Da fiel ihm ein, dass er sie mit unter seinen Regenrock nehmen könnte; sie reichte ihm gerade bis zur Achselhöhle. Das kam ihm so lustig vor. Er sagte es ihr. Sie wollte nicht, sie zierte sich, obwohl sie Lust dazu hatte. Das sah er ihr an.

"Dummes Zeug! komm! Du wirst ja bis auf die Haut nass. So. Nimm meinen
Arm."

Sie wehrte auch nicht länger ab, sondern lachte herzlich über diesen
Spass.

"Aber Sie machen so lange Schritte," sagte sie, bemüht, mit ihm Takt zu halten.

Er passte sich ihren Trippelschritten an, und so stapften sie etwas unsicher unter einem Mantel auf der nassen Landstrasse hin. Sie sprach vom Wetter, wie schrecklich es regnete, wie schön die Blitze seien, und wenn ein besonders lauter, krachender Donner folgte, meinte sie: das hat gewiss eingeschlagen.

Ihm war es wunderlich zu Mut mit dem jungen Ding allein auf der stürmischen Landstrasse. Er hatte der Bequemlichkeit wegen seinen rechten Arm um ihren Nacken gelegt. Er fühlte jede Bewegung des jungen, lebenswarmen Körpers. Eine keusche Zärtlichkeit überkam ihn. Er war jetzt ihr Beschützer.

"Geht's so? Gehst du auch trocken?"

"Wunderschön!"